Kritiken

Gelegentlich werden unser Konzerte in der Tagespresse besprochen. Hier folgen ein paar Auszüge.

    „Selten oder nie hat man eine so herausragende Beherrschung in den am meisten lärmenden Gruppen eines Blasorchesters gehört. Dem Schlagzeug gebührt auch ein Lob für seine nüchterne Trockenheit und peinliche Genauigkeit, die Tuba-/Bariton-/Posaunengruppen müssen für ihre lautstärkeschwache Lieblichkeit gelobt werden, und die Klarinettengruppe war gut bis in die letzte dritte Stimme.
    Außerdem ist man, nachdem die Schlagzeuger, Posaunen, Klarinetten und Trompeten in vier fröhlichen Konzertstücken brilliert haben, überzeugt davon, dass die Rødovre Concert Band keine Schwachpunkte hat. Hiervon kann man sich auch überzeugen, wenn man ihre gerade neuerschienen LPs der Gesellschaft Rondo hört.
    Ja, Blasmusik kann inspirierend, klangschön und lebenslustig sein.“

Peter Juel Henningsen, Politiken


     „So gut spielen die 75 beeindruckenden kompetenten jungen Bläser und Schlagzeuger unter der Leitung von Jørgen Jensen, Klarinettist im Radiosymphonieorchester, dass selbst das dünnste Volksmusikarrangement Körper und Biss bekommt und selbst die unverbindlichsten Originalwerke – oft von Komponisten, die nur Blasorchester zu kennen wagen – erhalten sowohl Seele als auch Swing. Das galt für jedes einzelne der Werke beim umfassenden Tivolikonzert des Orchesters.
    Die Abschlussnummer, Ouvertüre von Warren Barkers Potpourri Broadway Show Stoppers wurde gespielt, so dass jedes Musicaltheater stolz auf das Orchester gewesen wäre – und dass vor allem weil die Musik nicht nur als reiner Spaß gespielt wurde, auch diese wurde – wie die übrigen Werken – vom Orchester und seinem Dirigenten ernst genommen, die Noten wurden ordentlich platziert, der Klang war ausgewogen und die Solopassagen wurden mit Autorität ausgeführt.

Jakob Levinsen, Berlingske Tidende

Helsingør Dagblad, 24. Oktober 2002:

Gut geblasen, Rødovre

MUSIK: Es sind wohl wenige, die heutzutage noch wissen, wie ein sinfonisches Blasorchester klingt. Daher war es eine gute Idee der Espergærde Musikvereinigung, das wahrscheinlich beste dieser Orchester, die Rødovre Concert Band, am Sonnntag Nachmittag an das Espergærde Gymnasium einzuladen und zu zeigen, was ein Orchester bestehend aus Holz- und Blechbläsern, Schlagzeug, Harfe und Kontrabaß alles kann. Als Dirigent brachten sie den jungen Martin Åkerwall mit, der zur Zeit am Königlich Dänischen Theater
dirigiert.

Aus den USA hatte das Orchester einen Satz von Alan Silvestris Filmmusik zum Abenteuerfilm "Zurück in die Zukunft" mitgebracht, typisch amerikanisch, in schnellem Tempo und sehr ähnlich der Musik der "Stars Wars" Filme. Eine flotte Einleitung, obwohl vitaminarm. Im Trompetenkonzert vom Armenen Arutiunian mit Stig Mærsk als Solist war mehr Windstärke und mehr musikalische Vorteile. Trotz einger Kiekser in der Solostimme kam das Konzert gut an und der Klang des Orchesters war ausgewogen.

Humor trifft man nicht so oft in der Musikwelt, aber er war eines der Mittel in der Suite " The Wind in the Willow Trees" von Johan de Meij aus Holland. Das Orchester hat das Werk viele Male auf der Europatournee dieses Jahr und hier im Lande aufgeführt und man merkte, dass sie es gut kannten. Es ist melodisch und wohlklingend und beinhaltet darüber hinaus einige muntere Elemente wie ein Feuerwerk gespielt von der Tuba und ein totaler Autounfall. Zur Unterhaltung hat außerdem ein Schlagzeugspieler beigetragen, der hin und her laufen mußte, um mehrere Instrumente zu bedienen. Martin Åkerwalls eigene "Fanfare und Fuganala", die den zweiten Teil eröffnete, ist eine Bagatelle, gut gemacht und ausgeführt. Der erste bedeutende Komponist, der Musik für sinfonische Blasorchester schrieb, war Gustav Holst und seine Suite von 1909 ist ein schönes und harmonisches Werk. Es ist typisch englisch im Klang, klassisch aufgebaut und hübsch für das Orchster umgesetzt. Der abschließende Marsch muß ein Vorbild für Elgar gewesen sein, als er sein Stück "Pomp and Circumstance" schrieb.

Als letztes Werk hörten wir eine Reihe von Sätzen aus Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung", hier in einem Arrangement des Japaners Takahashi. Zum ersten Mal während des Konzertes war es Musik, die den Zuhörern bekannt war. Es ist ja prachtvolle Musik mit imponierender Schlagkraft und man muß sagen, dass die Rødovre Concert Band und Martin Åkerwall ihre Sache gut machten. Der letzte Satz "Das große Tor von Kiew" in seiner ganzen majestätischen Macht bekam alles, was möglich war. Ein imponierendes Ende eines tollen Konzertes.



Unsere Aufnahmen werden oft in internationalen Zeitschriften besprochen. Hier folgen einige Ausschnitte.

Zeitschrift Musicum Nr. 10, Herbst 2003 (Frankreich) 

ABSALON

Der in der Branche verhältnismäßig neue Verlag, Beriato, hat eine CD herausgegeben, die einige seiner besten Werke beinhaltet.

Um den Werken mehr Gewicht zu geben, hat Beriato die Danish Concert Band, ein sinfonisches Blasorchester aus Rødovre (Dänemark) ausgewählt, die CD aufzunehmen. Die Danish Concert Band wurde 1968 gegründet und hat eine Reihe Preise erhalten. Das Orchester kann mit einigen der besten holländischen und spanischen sinfonischen Blasorchester verglichen werden.

In den letzten 30 Jahren hat Jørgen Misser Jensen den Taktstock geschwungen und das hat zu einer Kontinuität geführt, die dem Orchester einen guten Ruf beschert, der wohl verdient ist.

Das ausgewählte Repertoire ist gut, obwohl viele der Komponisten außerhalb Belgiens nicht sehr bekannt sind.

Bert Appermont machte mit Absalon einen besonders guten Eindruck. Es ist deutlich, dass er sich in seinem Fach gut auskennt. Aber alles war interessant: Solemnity von Robert Finn, Minerva von Jan Van der Roost (anerkannter Komponist seit mehreren Jahren) und Bavarian Pictures von Ben Haemhouts.

Steven Verhaerts Arrangement: Puccinissimo mit den ergreifensten Melodien von den berühmten italienischen Meistern fand ich einfach ganz entzückend.

Vor mehr als 25 Jahren traf ich Jef Maes in Aalbeke bei meinem Freund André Verleye. Dort bekam ich einen recht guten Eindruck von ihm und dieser wurde bestätigt, als ich die Concertante Ouverture hörte.

Die einzigartige Weise, wie die Danish Concert Band diese Werke aufführt, gibt den Werken die Möglichkeit sich von einer guten Seite zu zeigen und den Zuhörern die Möglichkeit sie zu genießen.

Eine gute Note an Beriato für diese CD - trotz der fehlenden Informationen zu sowohl Werken als auch Komponisten.


Johan de Meij: Symphonie Nr. 1("Der Herr der Ringe"). Bernstein: Divertimento. Jørgen Misser Jensen dirigiert Rødovre Concert Band. RONDO RCD 8346. Produziert von Per Jacobsen.

    Dies ist eine CD mit großem Unterhaltungswert. Zwei Stücke für Blasorchester, das eine ein Originalwerk, das auf dem Weg ist, ein Klassiker zu werden, und das andere eine Transkription eines publikumsfreundlichen amerikanischen Originals.

    Der Herr der Ringe ist der Untertitel der Symphonie Nr. 1 (1987) von dem holländischen Komponisten Johan de Meij (geboren 1953). Sie gewann einen internationalen Wettbewerb für Blasorchester in Chicago im Jahre 1989 und wurde bereits in das Repertoire für Concertbands aufgenommen (mein jüngster Sohn spielte Auszüge des Stückes in seiner Highschool Band 1991). Die Partitur in fünf Sätzen von de Meij – selbstverständlich basierend auf Tolkiens Favoritenkult – hat Pomp und Pracht, unkomplizierte Rhythmen, melodische Unterscheidungen und programmatische und filmartige Zielstrebigkeit. Sie ist voll von Stimmungsvariationen und instrumentalen Höhepunkten – und das Beste ist: Sie ist lustig. Zum Beispiel wird das Ungeheuer Gollum im dritten Satz durch ein Solosaxophon mit einer wunderlich plumpen Musik charakterisiert, die in falschem Terror brummelt und schwankt. Der 4. Satz ist „Die Reise in die Dunkelheit“, die Reise wird angeführt von Gandalf durch die dunklen Tunnel der Moria-Minen und die musikalischen Handlungen vom langsam Laufen bis zu großen Verfolgungen sind malerische Gegensätze, während Ungeheuer und Kämpfe dargestellt werden. Das Finale „Die Hobbits“ beginnt lebendig und glücklich, endet aber in kirchengesanglichem Frieden, um der Stimmung des letzten Kapitels der Trilogie gerecht zu werden, in welcher Frodo und Gandalf am Horizont entschwinden. Genaugenommen nimmt man Abschied von der Symphonie Der Herr der Ringe mit den Leitmotiven, die einem durch den Kopf gehen – und man weiß, dass man zurückkommen wird.

    Ich kannte die Musik von de Meij vorher nicht (die erste Aufnahme dieses Werkes von 1990 ist mir nicht aufgefallen), aber nun will ich gerne mehr von ihm hören. De Meij hat kürzlich, neben anderen neuen Werken, eine zweite Bläsersymphonie für die U.S. Air Force Band geschrieben, die The Big Apple heißt.

    Das Bernstein Divertimento ist eine locker gestrickte Suite mit acht kleinen Tanzepisoden, geschrieben 1980 zum 100-jährigen Jubiläum der Bostoner Symphoniker. Ohne Zweifel seicht, aber ansteckend, unterhaltend, mit Jux und Tollerei, gipfelnd im achten Satz. „The BSO forever“ mit eingewebten, aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten aus berühmten Marschthemen. Das Divertimento wurde 1984 umgeschrieben vom großen Orchesterarrangeur Clare Grundman und behält die gesammelte strahlende Energie des Originales.

    Die Ausführung ist erstklassig. Der Klang ist satt und dicht (Rondo ist eine kleine dänische Marke mit einem bescheidenen Katalog, und die einzige andere Rondo-Platte in meiner Sammlung ist eine flotte LP von Mitte der 80er mit Trompetenkonzerten von Holmboe, Norby und Riisager). Nur für Zuhörer, die Concertband als Ausdrucksform verabscheuen (und ich weiß, dass es solche kurzsichtigen Menschen gibt), ist eine Suche nach diesem Ring nicht sehr zu empfehlen.

Gleiche Aufnahme, aus einer holländischen Fachzeitschrift.
Ausführung: 8. Aufnahme: 8. (von 10 möglichen).
    Selten findet man eine ausländische Ausgabe, die ein holländisches Werk beinhaltet, und daher erweist uns das Blasorchester aus der Kopenhagener Vorstadt Rødovre einen Dienst, indem sie die mehrere Male geehrte 1. Symphonie von 1988 von Johan de Meij (geboren 1953) herausgeben. Tolkien war die Quelle für die fünf Teile Gandalf, Lothlórien, Gollum, Reise durch die Dunkelheit und die Hobbits, genau genommen eine Serie symphonischer Gedichte, und das charakterisiert exakt den programmatischen Aufbau dieses eklektischen Werkes, das an keiner Stelle die Tonalität überschreitet. Man denkt an Namen wie Ravel, Prokofiew und Strawinsky, aber vor allem an Le Livre de la Jungle (nach Kipling) von Charles Kochlin. Obwohl die musikalische Substanz nicht besonders originell ist und manchmal an der Grenze der Banalität, fühlt sich de Meij Zuhause in dieser Besetzung, instrumentiert verblüffend schön und hat mich ganz in die Macht des Ringes gebannt, für eine vergnügliche Dreiviertelstunde. Das liegt auch am Bläserensemble, mit Hilfe der klagenden Saxophonsoli und den lärmenden Blechfanfaren, und der Aufnahme, die das schön festhält, haarklein und klar. Auch die letzte Nummer gehört dazu: In Bernsteins brillantem Divertimento (1980) in der Bläserausgabe von Clare Grundman demonstriert die dänische Verwandtschaft mit dem herausfordernden, leicht jazzigen Kennzeichen für Amerikas brauchbarsten Komponisten.

Clarino nr. 5, 1996, Ringenes Herre.
 

Dänisches Bibliothek Zentrum, Klassische Noten: The Scandinavian Connection.
Eine CD, die zeigt, was ein tüchtiges Blasorchester (Holzbläser, Blechbläser + Schlagzeug) leisten kann. Rødovre Concert Band ist zur Zeit sicher das beste Orchester dieser Art im Land mit einer Fülle von skandinavischen und internationalen Preisen. Dies ist die siebente CD der Band im Verzeichnis. Das Orchester „Harmonie St. Michaël Thorn“ ist qualitätsmäßig ein holländisches Gegenstück. Die Musik der CD vom Dänen Søren Hyldgaard (*1963), (bekannt u. a. als fleißiger Filmkomponist) und dem Holländer Johan de Meij (*1953) ist typische Blasorchestermusik: Charakterstücke und -sätze, die unterhaltsam und offen virtuos ohne feine Gefühle sind. De Meij’s drolliges Posaunenkonzert, „T-(rom)bone Concerto“ (mit den Sätzen „roh – medium – ganz durch“), hat als Solisten einen von Skandinaviens besten Posaunisten, den Schweden Christian Lindberg.